Vom 13. bis 25. Januar waren wir an der Agbedrafor School in Tegbi, Ghana, die Schule mit der Elena gewidmeten Bibliothek. Wir hatten viele Kleider- und Schuhspenden, aber vor allem finanzielle Mittel in Höhe von circa 2500 Euro (Spendeneinnahmen seit dem letzten Besuch im Februar 2017) dabei. Hiermit möchten wir eine kurze Darstellung der Verwendung der Spenden liefern.
Die Kleider- und Schuhspenden wurden an die bedürftigsten Kinder der Schule verteilt – vor allem Schuhe werden von vielen der 600 Kinder an der Schule aufgrund fehlender Ressourcen nicht getragen. Zusammen mit den Schuhspenden des letzten Jahres haben nun circa 10% der Kinder Schuhe über uns erhalten.
Wie auch letztes Jahr, haben wir wieder Uniformen machen lassen für die Kinder, die aufgrund mangelnder Ressourcen nur kaputte Uniformen haben, sich dabei oft schämen, in die Schule zu kommen. Letztes Jahr konnten wir für 32 Kinder und bei dieser Reise für 53 Kinder Uniformen machen lassen. Somit haben fast 15% der Kinder nun Uniformen über uns erhalten, so dass die schlimmsten Uniformen ersetzt werden konnten.
Der Schwerpunkt unserer Arbeit dieses Jahr war die Beschaffung von Lehrbüchern. Zunächst haben wir mit jedem der 18 Lehrer gesprochen, um zu erfahren, bei welchem Fach sie mit wie viel Lehrbüchern unterrichten. Bei einigen Fächern war der Zustand akzeptabel – d.h. dass vielleicht im Unterricht sich z.B. 2-4 Schüler ein Lehrbuch teilen müssen. In vielen Fächern war der Zustand aber katastrophal: In einigen Fächern besaß der Lehrer eine Kopie eines Lehrbuches und es gab keine weiteren Lehrbücher für die Schülerinnen und Schüler. In solchen Fällen musste bis jetzt der Lehrer alles an die Tafel schreiben. Wir haben im Laufe der 12 Tage circa 600 Lehrbücher gekauft (Kosten: circa 1500 Euro), so dass in den meisten Fächern nun Lehrbücher vorhanden sind, damit sich z.B. 3 Schüler ein Lehrbuch im Unterricht teilen können. Für einige Fächer konnten wir keine Lehrbücher erhalten (z.B. für das Fach Ewe – deren afrikanische Sprache), so dass da der Zustand weiter katastrophal bleiben wird. Dennoch ist davon auszugehen, dass mit dieser Maßnahme die Lehrer viel effektiver lehren werden können.
Weiterhin haben wir für die Elena Haasen Library weitere Bücher gekauft, dabei vor allem Kinderbücher, aber auch Bücher in deren afrikanischer Sprache (Ewe), besorgt. Dabei haben wir darauf geachtet, dass gerade für die Vorschulkinder (circa 100 der 600 Kinder), die von zu Hause ohne Englischkenntnisse dann leider in der englischen Sprache alphabetisiert werden müssen, adäquate Bücher (z.B. mit Bildern und ggf. ein Wort) und möglichst mit afrikanischen Motiven (statt wie leider sonst häufig nur zu erhalten, Bücher mit europäischen oder US-amerikanischen Motiven) gekauft wurden. Insgesamt konnten wir die Bibliothek um circa 100 Bücher erweitern.
Weiterhin haben wir für die Schulklassen verschiedene Lehrmaterialien gekauft. Ein Schwerpunkt war dabei Lerntafeln als Anschauungsmaterial für die Klassen, so z.B. Tafeln mit Nummern und Buchstaben für die Kleinsten, oder eine Tafel mit dem Periodensystem für Chemie (welches bisher vom Lehrer in Kleinstarbeit immer wieder an die Tafel gemalt werden musste!). Ebenso wurde ein Graphboard (Tafel zum Zeichnen von x/y-Kurven) angeschafft, um das karierte Feld nicht – wie bisher – an der Tafel jedes mal zeichnen zu müssen. Es wurden Whiteboard-Stifte, bunte Kreide und Stifte für Vorschulkinder, Tafellineale, Zirkel u.a.m. angeschafft, um den Unterricht zu erleichtern.
Die Schule war sehr dankbar für die großzügige Unterstützung und veranstaltete am vorletzten Tag für uns eine große Aufführung, einerseits mit traditionellen Tänzen und Trommeleinlagen, dann aber auch mit Leseaufführungen von jeweils einem Mädchen und einem Jungen aus den Klassen 1 bis 7, und dann eine kleine Theateraufführung in Bezug auf die Bedeutung von Büchern. Auf Vorschlag des für die Bibliothek verantwortlichen Lehrers übernahmen alle Schülerinnen und Schüler der Schule das Motto von Elena, welches auf der Widmungstafel aufgeführt wird: „Let´s be realistic, demand the impossible!“ Vor allem diese Bezugnahme auf die Gedanken von Elena hat uns sehr gefreut.
Anke & Christian